Impuls

„Seht, nun mache ich etwas Neues!“ (Jes 43,19)

Dieser Satz könnte treffender nicht ausfallen für den Start unserer neuen Pfarrei St. Maximilian Kolbe. Dennoch kann die Reaktion auf diesen Satz sehr unterschiedlich ausfallen: Ich kann freudig und erwartungsvoll dem Neuen entgegensehen, mit Neugier, gespannt, voller Vorfreude.

Dieser Satz kann aber auch Ängste und Zweifel auslösen, weil Neues immer auch Veränderung beinhaltet. Ich kann berechtigterweise die Frage haben, ob Liebgewonnenes, Vertrautes auf dem Weg in die neue Zeit verloren geht.

Beides gehört dazu, wenn „Neues“ entstehen soll: Der Wechsel in eine neue Arbeitsstelle, die neue Wohnung in einer anderen Stadt oder eben auch die Neugründung einer Pfarrei leben von der Spannung, dass möglicherweise Altes, Vertrautes zurückgelassen wird, sich aber gleichzeitig neue Möglichkeiten und Perspektiven eröffnen.

„Seht, nun mache ich etwas Neues!“ – Dieser Satz galt damals den Menschen im Exil in Babylonien.

Nachdem die Babylonier das Königreich Judäa erobert hatten, deportierten sie massenweise Menschen, um die verantwortlichen Positionen in Judäa mit ihren eigenen Leuten zu besetzen und so ihre Macht und Herrschaft zu sichern. In Babylonien fanden die Menschen vorübergehend eine neue Heimat. In diese Situation des Exils hinein verspricht Gott, die Menschen durch die Wüste aus Babylon herauszuführen in eine neue Zukunft. Was für eine Verheißung und Ankündigung!

Unsere Situation hier im Hamburger Süden ist sicherlich nicht vergleichbar mit der tiefgreifenden Exilssituation von Juda damals. Dennoch leben auch wir hier in der Spannung zwischen Altem und Neuem, zwischen Skepsis und Neugier, zwischen Ängsten und Hoffnungen.

Wie damals dürfen wir aber auch heute sicher sein, dass Gott unseren Weg begleitet und er uns in eine hoffnungsvolle und lebendige Zukunft führen will. Er will uns ermutigen, nicht nur auf Vergangenes zu schauen, sondern schenkt uns eine Perspektive für die Zukunft.

Text: Pastoralreferent Christian Adolf